Netzwerke in der Medizin retten Menschenleben!

04.04.2017, Klinik Füssen
Vorbildliche Notfallversorgung bei Herzinfarkt und Schlaganfall in der Klinik Füssen – Fortbildung für Notärzte, Rettungsdienste und Hausärzte

Das konsequente Bestreben von Chefarzt Dr. Martin Hinterseer auf die Gründung von Behandlungsnetzwerken wie die grenzüberschreitende Versorgung bei Herzinfarkt im Herzinfarktnetzwerk Königswinkel –Außerfern aber auch die Teilnahme als Kooperationsklinik am neurovaskulären Netzwerk Südwestbayern (NEVAS) bei der Schlaganfallbehandlung war richtig und ist für die Bevölkerung diesseits und jenseits der Grenze ein großer Gewinn, und nicht selten sogar lebenswichtig. „Unser Ziel muss es sein, uns in der Behandlung von Notfallpatienten stetig zu verbessern“, so Hinterseer überzeugt. Um den aktuellen Stand in der Versorgung dieser beiden Krankheitsbilder in der Region darzulegen, Entwicklungen zu überprüfen sowie Probleme zu diskutieren, um mögliche gemeinsame Lösungen zum Wohle der Patienten zu suchen, lud Hinterseer zu einer grenzüberschreitenden Notfallmedizin-Veranstaltung, der rund 50 Notärzte, Mitarbeiter im Rettungsdienst, Hausärzte und Klinikmitarbeiter aus Füssen und dem Außerfern beiwohnten.

Obwohl das Projekt „grenzüberschreitende Versorgung beim Herzinfarkt“ nicht ganz ohne Stolpersteine gewesen sei, und man sich gegen viele Widerstände habe durchsetzen müssen, wie sich Dr. Eugen Ladner, Ärztlicher Direktor des BKH Reutte, in seiner Begrüßungsrede erinnert, ist die bislang einzigartige grenzüberschreitende Kooperation längst ein anerkanntes Erfolgsprojekt, das bereits zahlreichen Menschen das Leben gerettet hat.

Welch hohe Bedeutung dabei der Notfallversorgung in Netzwerken zukommt, schilderte der geschäftsführende Direktor des Institutes für Notfallmedizin und Medizinmanagement der Ludwig-Maximilian-Universität München, Dr. Stephan Prückner, sehr eindrücklich in seinem Vortrag. „Netzwerke stellen eine fachgerechte Behandlung ohne zeitliche Verzögerung sicher“, erläuterte der Experte. Man könne eine signifikant erniedrigte Sterblichkeit gegenüber der zu erwartenden Sterblichkeit beobachten, wenn Patienten in einem funktionierenden Netzwerk behandelt worden seien, so Prückner. Sein Fazit: „Netzwerke retten Menschenleben!“

Insbesondere bei sehr zeitkritischen Erkrankungen komme einem standardisierten Behandlungsablauf im Notfall-Netzwerk besondere Bedeutung zu. Gerade beim gefürchteten Herzinfarkt, aber auch beim Schlaganfall spiele die Zeit für den weiteren Verlauf eine sehr wichtige Rolle. „Zeit ist Herzmuskel!“, „Zeit ist Gehirn“, so die plakativen Aussagen der Referenten auch für die anwesenden Fachkräfte aus dem Notfallwesen nochmals eindrücklich. „Der Patient lebt länger, je schneller das verstopfte Gefäß wieder eröffnet wird“, bringt es Hinterseer in seinem Vortrag ganz klar auf den Punkt. Ähnlich verhält es sich beim Schlaganfall:  Je eher der Patient einer adäquaten Behandlung wie beispielsweise einer Lyse, also einer Auflösung des Blutgerinnsels, zugeführt werden könne, umso geringer seien die Behinderungen, die der Patient durch den Schlaganfall davontrage, informiert auch Dr. Heinz Hartl, Oberarzt der Neurologischen Klinik des Bezirkskrankenhauses Kaufbeuren.

Hinterseer belegte seine Ausführungen zur Herzinfarktbehandlung in der Klinik Füssen mit eindrücklichen Zahlen die beim diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Medizin in Mannheim präsentiert werden: Bei knapp 70 Prozent der Patienten, die mit Herzinfarkt im Herzkatheterlabor in Füssen behandelt worden waren, gelinge eine Gefäßeröffnung in weniger als 90 Minuten gemessen vom Erstkontakt mit dem Notarzt. Das sei der optimale und von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie geforderte Zeitrahmen. „Die guten Ergebnisse spiegeln sich in der, im Vergleich zum Bundesdurchschnitt, sehr niedrigen Mortalität bei schweren Herzinfarkten in unserer grenzüberschreitenden Analysen wider“, so Hinterseer. Leider entstehe trotz permanenter Patientenaufklärung die größte Zeitverzögerung durch die Patienten selbst. „Wir müssen die Bevölkerung konsequent schulen, dass sie schnellstmöglich den Notarzt rufen“, fordert deshalb Hinterseer. Sekundärtransporte müssten nach Möglichkeit vermieden werden. Das bedeute, nicht erst zum Hausarzt und dann ins Krankenhaus oder zuerst in ein Krankenhaus ohne Herzkatheterlabor und von dort dann in eines mit 24/7/365 Herzkatheterbereitschaft– das erhöhe das Risiko am Herzinfarkt zu versterben drastisch. Bei Verdacht auf Herzinfarkt, müsse der Notarzt gerufen werden – dies setze sowohl diesseits als auch jenseits der Grenze eine konsequente Behandlungskette in Gang.

Auch Hartl stellte den Anwesenden eindrücklich dar, wie ausschlaggebend bei Schlaganfall die zeitnahe Behandlung nach standardisierten Abläufen für das sog. Outcome der Patienten sei. Sofern eine Stroke Unit nicht in 30 Minuten durch den Rettungsdienst erreicht werden könne, sollte der Patient in einer einem neurovaskulären Netzwerk zugehörigen Klinik, wie der Klinik in Füssen behandelt werden, die telemedizinisch mit den Spezialisten eines Schlaganfallbehandlungszentrums vernetzt ist.

In einer angeregten Diskussion wurde mehrfach der Klinik Füssen von den anwesenden Fortbildungsteilnehmern eine vorbildliche Zusammenarbeit bestätigt.

 

 

 

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